Informationen
Anregung für die vorliegende Arbeit war „Vernetztes Gedächtnis – Topografie der
nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Braunschweig“ von Prof. Henning
Freiberg und seinem Wissenschaftler- und Studentenkollektiv.
Der Autor der „Nazizeit in Rathenow“ stellt die faschistischen Machtbestrebungen
von den Anfängen 1925 bis zum Ende der Hitlerdiktatur in Rathenow und im
Westhavelland als Chronik dar. Der Kampf der Nazis „um die Straße, um die Köpfe,
um die Parlamente“ fand in allen Teilen des Deutschen Reiches auf gleiche Weise
statt. Die Terrorherrschaft spiegelte sich wider in der Reichshauptstadt, in den
Metropolen und in der Provinz. Die örtlichen Bezüge erschließen den Zugang zu den
Ereignissen „in der eigenen Nachbarschaft“. Mit dieser Darstellung soll die
Aufmerksamkeit der Einwohner unserer Region geweckt werden, Neonazis in ihrem
rechtsextremen Streben und Tun zu erkennen, um sich dem zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen sie anzuschließen.
Das Material für diese Chronik veröffentlichte Dieter Seeger bereits zum großen Teil in den Broschüren:
- „8. Mai 1945, 60. Jahrestag der Befreiung – Verfolgung, Widerstand, Befreiung, Neuanfang“ (2005)
- „Rathenower Topographie des Terrors und des Widerstandes 1933-1945“ (2010)
- „Zwangsarbeit während der Zeit des Faschismus in Rathenow/Westhavelland“ (2012)
- „Die Kämpfe um Rathenow 1945“ (2010), alle herausgegeben vom Stadtvorstand der PDS bzw. DIE LINKE.
Autoren
- Dieter Seeger, Rathenow (Text)
- Jakob Krüger, Hamburg (Webdesign)
- Frank Hübner, Rathenow (Redaktion)
- Die vorliegende Arbeit wurde gefördert vom Kreisvorstand DIE LINKE Havelland.
Die Recherchen waren aufwendig und umfangreich. Trotzdem ist es möglich, dass nicht alle Fakten aufgespürt oder nicht in jeder Einzelheit richtig wiedergegeben wurden. Daher möchten wir dem Leser einräumen, die geschilderten Fakten zu ergänzen, zu kommentieren bzw. zu korrigieren. Hinweise sind zu richten an die im Impressum genannte Adresse. Gesicherte Hinweise würden Eingang in diese Darstellung finden.
„Ohne Dokumente, die frei von subjektiver Erinnerung sind, gibt es kein gerechtes Bild der Vergangenheit. Aber genauso gilt: Ohne die erklärende – und nicht sofort wieder denunzierte – subjektive Erklärung dieser Dokumente verlieren diese ihren die Geschichte aufklärenden Wert. Wer vermag sich heute denn schon so zu sehen, wie er vor einem Vierteljahrhundert wirklich war? Das ist, wie zweimal in denselben Fluß steigen zu wollen.“ (Gunnar Decker)
Erst recht gilt das achtzig Jahre nach Beginn der Naziherrschaft in Deutschland. Ich
nutzte für die Darstellung der regionalen Ereignisse Primär- und Sekundärquellen
sowie schriftliche und mündliche Berichte aus teilweise sehr persönlichen Sichten.
Manches ist wegen des Fehlens von Zweitquellen unbestätigt. Die Bezüge zu den
Rahmenbedingungen des Nazistaates sind als Standard bekannt.
Die Anhänge zum Kalendarium sind seriöse, belegte Fakten – als solche
ausgewiesen – , zum Teil aber auch eher feuilletonistische Schilderungen.
Dem strengen Anlegen wissenschaftlicher Maßstäbe kann die vorliegende Arbeit
nicht standhalten, diesem Anspruch stellten sich die Autoren aus den genannten
Gründen nicht.
Dieter Seeger
Quellen- und Literaturverzeichnis
- „Dem 40. Jahrestag der Deutschen Novemberrevolution gewidmet“ (Aus der Geschichte der Rathenower Arbeiterbewegung der Jahre 1914-1923) 1958
- „Die sozialen und politischen Verhältnisse in der Provinz Brandenburg von 1924-1929 und von 1929-1933“, Potsdam 1974 und 1975
- Antifaschistischer Widerstandskampf in der Provinz Brandenburg 1933-1939“, Teil I und II, Potsdam 1978
- Heinz Bergschicker: „Deutsche Chronik 1933-1945“, Verlag der Nation Berlin 1981
- „Vorwärts und nicht vergessen“; Ein Beitrag zur Geschichte der Rathenower Arbeiterbewegung 1933-1945; undatiert
- „Helle Sterne in dunkler Nacht“; Studien über den antifaschistischen Widerstandskampf im Regierungsbezirk Potsdam 1933-1945; hrsg. von der Bezirksleitung Potsdam der SED, Kommission zur Erforschung der Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung; 1988
- „Trotz alledem“, Volk und Wissen Verlag 1958
- „Brandenburg in der NS-Zeit“, Studien und Dokumente; Brandenburgische
Landeszentrale für politische Bildung 1993
- „Brandenburg im Jahr 1945“, Studien; Brandenburgische Landeszentrale für
politische Bildung 1995
- „Der zweite Weltkrieg“, Kurze Geschichte; Dietz Verlag 1988
- Günther W. Gellermann: „Die Armee Wenck – Hitlers letzte Hoffnung“, Bernhard & Graefe Verlag Bonn 1997
- „Churchill’s Plans For WW III“, Executive Intelligence Review, Okt. 1998; zitiert in: wikipedia “Churchill’s WW III”. Text auf Website “Northwestern University Boston, Seite 002
- „Kriegsende in Tangermünde – Zeitzeugen berichten“; Wienecke Verlag,
Tangermünde 1995
- „Die ersten Tage des Friedens“; Tagebuch des Superintendenten Georg
Heimerdinger; hrsg. von Memento e.V.; undatiert
- „Der 40. Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschismus und der Befreiung des
deutschen Volkes“, Potsdam 1985
- „Dank Euch, Ihr Sowjetsoldaten - Die Tage der Befreiung des Kreises Rathenow
durch die ruhmreiche Sowjetarmee“, Rathenow, undatiert
- Marschall der Sowjetunion G. K. Shukow: „Erinnerungen und Gedanken“ Band 2, Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik 1973
- Marschall der Sowjetunion W. I. Tschuikow: Gardisten auf dem Weg nach Berlin“,
Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik 1976
- „Im Kampf geboren – ein Beitrag zur Geschichte der Arbeiterbewegung im Kreis
Rathenow Mai 1945 bis April 1946“, Rathenow 1976
- Otto Buchwitz: „50 Jahre Funktionär der deutschen Arbeiterbewegung“, Berlin 1949
- Hermann Weber/Andreas Herbst: „Deutsche Kommunisten“, Biographisches
Handbuch 1918 bis 1945, Karl Dietz Verlag Berlin 2008
- „Gewerkschafter in den Konzentrationslagern Oranienburg und Sachsenhausen“,
hrsg. von Siegfried Mielke i.V.m. Günter Morsch, Edition Hentrich, Band 2, Berlin
2003
- Hans-Rainer Sandvoß: „Die andere Reichshauptstadt; Widerstand aus der
Arbeiterbewegung in Berlin 1922 bis 1945“, Lukas Verlag 2007
- Max Abraham: „Juda verrecke. Ein Rabbiner im Konzentrationslager“ in
„Konzentrationslager Oranienburg“, Verlag für Berlin-Brandenburg, 2003
- „Eine Aufarbeitung der jüdischen Vergangenheit in Rathenow“, hrsg. von einer
Projektgruppe der Rathenower Gesamtschule „Bruno-H.-Bürgel“, undatiert
- „Stadtplan gegen das Vergessen. Auf den Spuren jüdischer Vergangenheit in Rathenow“, hrsg. von einer Projektgruppe der Gesamtschule „Bruno-H.-Bürgel“ Rathenow, 2001
- „Zur Geschichte der Juden in Rathenow“, hrsg. vom Kreismuseum Rathenow, 1992
- Josef Mörsdorf: „August Froehlich, Pfarrer von Rathenow“, Morus-Verlag 1947
- „Pfarrer August Froehlich – ein schlesischer Märtyrer“, Heimatbrief der Katholiken
des Bistums Breslau Nr. 4/1980
- Brandenburgisches Landeshauptarchiv: Sonderakten 1932/33 zur Ernennung von Hilfspolizeibeamten; NS-Archiv ZB 6305 und 6306 des Ministeriums für Staatssicherheit zur Hilfepolizei 1933 (SA, SS, Stahlhelm)
- Brandenburgisches Landeshauptarchiv: Einlieferungslisten zum KZ Oranienburg;
Rep. 2A Regierung Potsdam, I Pol Nr. 1157, Bl. 2-8;
Rep. 35G KZ Oranienburg, Nr. 4/2, Bl. 306-308
- Kreis- und Verwaltungsarchiv Friesack: Akte der Stadtverordnetenversammlung
1933
- Archivunterlagen des Kreismuseums Havelland, Rathenow
- Archiv des Kulturzentrums Rathenow, Akte der Emil Busch AG Rathenow, Berliner Str. 5: Barackenlager Milower Landstr. 7, Kl. Milower Str. 3 – Bauunterlagen;
Grundstücksangelegenheiten 1942-1943; Pacht- & Mietverträge 1931-1943;
Mieteingänge 1939-1945
- Archiv der katholischen Kirche Rathenow
- Persönliches Archiv Manfred Schwarzer, Rathenow, mit Bildarchiv Drygalla
- Persönliches Archiv Werner Blume, Rathenow
- RAA Brandenburg, Interkultur, Beiträge Nr. 17 „Fremdarbeiter in der NS-Zeit“
- westhavelland antifa.net – Geschichte 1933-1945
- Berliner Geschichtswerkstatt (Hg.) 2004: Arbeitserziehungslager Fehrbellin;
Zwangsarbeiterinnen im Straflager der Gestapo.
- „Illustrierte historische Hefte“, hrsg. vom Zentralinstitut für Geschichte der Akademie
der Wissenschaften der DDR:
Nr. 1 „Das Ende der Reichskanzlei“ von Olaf Groehler (1976);
Nr. 24 „Generalprobe für Hitler“ von Joachim Petzold (1980)
- Alfred Ebel: „Dokumente sagen aus“ in „Rathenower Heimatkalender 1964“
- Martin Manns: „Karl Martin und Paul Seeland, die letzten Vorstände“, 2011
- Martin Broszat, Norbert Frei (Hg.) “Das Dritte Reich im Überblick. Chronik – Ereignisse – Zusammenhänge” Piper München Zürich 1989
- Willi Osterburg “Vergangenheit, Gegenwart und Perspektive der Rathenower Optischen Werke” in “Rathenower Heimatkalender 1960.
Impressum
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